Wassersackrohr

Wassersackrohr

In der Temperatur- und Druckmesstechnik werden Wassersackrohre gerne als zusätzliches Sicherheitsmedium eingesetzt. Die Funktionsweise dieses Bauteils schützt das sich im Messkreislauf befindende Instrument vor zu großer Überlastung. Zum einen verhindert das Wassersackrohr den „direkten“ Kontakt eines beispielsweise sehr heißen Mediums mit dem Messgerät. Auf der anderen Seite kann das Rohr auch eine möglicherweise auftretende starke Pulsation des Mediums sicher abfangen und dämpfen. Auch die immer wieder vorkommenden Druckschläge durch vergleichsweise abrupte Schaltvorgänge in einem Messsystem werden damit wirkungsvoll vermindert.

Als einen weiteren positiven Effekt dienen die Wassersackrohre auch als Kühlstrecke für stark erwärmte Medien wie Gase oder Flüssigkeiten. Bei Beaufschlagung mit zu hoch temperierten Medien kann sich im Rohr durch Abkühlung ein Kondensat bilden und das Messgerät vor Beschädigung schützen. Dieser Schutz hat auch eine verlängerte Lebensdauer des gesamten Messsystems zur Folge. Vor der Inbetriebnahme eines derart aufgebauten Messsystems sollte man jedoch unbedingt eine Füllung des Wassersackrohres mit einer speziell kühlenden Sperrflüssigkeit durchführen bzw. sicherstellen.

Werkstoffe und Einsatzbereiche

Wassersackrohre sind in verschiedenen Bauformen verfügbar. Hier findet man die sogenannte U-Form und die Kreisform-Ausführung. Beide Formen werden nach DIN 16282 gefertigt. Die U-Form wird in der Regel für eine horizontale Druckentnahme verwendet. Die etwas schwierigere vertikale Druckentnahme kann mit der Kreisform-Ausführung durchgeführt werden. Die Kreisform hat sich auf dem Markt auch als „handelsüblich“ herausgestellt und wird als Standard-Bauform bezeichnet. Die Montage eines Wassersackrohres erfolgt in der Regel am Absperrorgan oder wahlweise auch am Druckmessgerät selbst.

Die beiden Typenvarianten werden auch in unterschiedlichen Werkstoffen angeboten. Als Standard-Wassersackrohr wird der Werkstoff Stahl (bspw. St 35.7/P235 GH) angeboten. Hochwertige Sackrohre verfügen dann auch über eine Legierung aus Chrom-/Nickel-Stahl (bspw. CrNi 1.4571). Als Sonderbauform können Wassersackrohre auch in dem Werkstoff Monel (65% Nickel, 33% Kupfer und 2% Eisen) bezogen werden, der besonders zugfest und damit für hohe Drücke geeignet ist. Dieser Spezialwerkstoff kommt ursprünglich aus dem Turbinenbau für die Schiffstechnik.

Für Wassersackrohr gelten hinsichtlich des eingesetzten Werkstoffes auch begrenzte Betriebstemperaturen und Betriebsdrücke. Für den Werkstoff Stahl gelten dabei maximal 160 Bar bei bis zu 120 °C, 120 Bar bei bis zu 300 °C und 100 Bar bei bis zu 400 °C. Für Chrom-Nickel-Stahl gelten etwas höhere Betriebsdrücke wie folgt: 160 Bar bei bis zu 120 °C, 140 Bar bei bis zu 300 °C und 130 Bar bei bis zu 400 °C. Diese Werte sind als absolute Betriebsgrenzen anzusehen. Bei handelsüblichen Wassersackrohren ist der maximale Betriebsdruck sogar auf 25 Bar begrenzt.