Rohrfedermanometer

Rohrfedermanometer

Für spezielle Anwendungsfälle und auch sehr hohen Drücken werden in der Verfahrens-, Prozess- und Industrietechnik sehr gerne Rohrfeder-Manometer eingesetzt. Die Funktionsweise dieser Messgeräte beruht auf speziell geformten Messgliedern in üblicherweise schrauben-, kreis- oder schneckenförmig aufgewickelten Rohrfedern. Das Rohr ist dabei auf einer Seite verschlossen und wird auf der offenen Seite angeschlossen. Bei einer Druckbeaufschlagung neigt die derart geformte Feder zur Ausdehnung. Diese Bewegung wird über eine spezielle Mechanik dann in eine darstellbare Größe umgewandelt und auf einer Messskala angezeigt.

Derartige Rohrfesern werden je nach Anwendungsfall aus unterschiedlichen Materialen hergestellt. In Abhängigkeit des Messmediums (gasförmig, flüssig etc.) und der Zusammensetzung des Mediums (Wasser, Luft, Öle oder Säuren etc.) muss ein entsprechend resistentes Material gewählt werden. Die Hersteller verwenden hier gerne Messing-, Kupfer- oder Kupfer-/Nickel-Legierungen. Es kommen aber auch Edelstahl und unlegierter Stahl zum Einsatz. Bei Messungen im Unterdruck-Bereich wird auch Quarzglas als besonders beständiges Material eingesetzt.

Anwendungen und Messbereiche

Rohrfeder-Manometer werden gerne für unterschiedliche Messungen mit verschiedenen Medien verwendet. Hierzu gehören beispielsweise auch Gasdruckmessungen über Gasdruck-Thermometer und der Einsatz in Schaltgeräten. Je nach Druckbeaufschlagung kommen hier unterschiedliche Bauformen der Rohrfeder zur Anwendung. Bei Drücken von 0,5 bar bis 60 bar wird eine Kreiswicklung der Rohrfeder bevorzugt. In Druckbereichen von 50 bar bis hin zu 1000 bar kommt die Bauform der Schneckenfeder zum Einsatz. Für extrem hohe Drücke bis hin zu 4000 bar wird die Bauform der Schneckenfeder bevorzugt.

Unabhängig von der geeigneten Bauform der Rohrfeder können die einzelnen Messbereiche noch sehr genau angepasst und erweitert werden. Hierzu variiert man einfach das verwendete Material (z.B. Kupfer oder Messing) und zusätzlich die Wandstärken der verwendeten Rohre. Mit dieser Kombination können sehr genaue Messbereiche und Empfindlichkeiten generiert werden. Aber nicht nur Überdruck kann gemessen werden. Speziell im Vakuum-Messbereich von bis zu 10-6 bar werden spezielle Rohrfedern aus Quarzglas eingesetzt. Eine besonders feine und empfindliche Mechanik nutzt dann die Materialverformung für die eigentliche Druckanzeige über ein Zeigerinstrument.