Kapselfedermanometer

Kapselfedermanometer

Für spezielle Anwendungsfälle zur genauen Messung von besonders niedrigen Drücken beispielsweise in der Industrie- und Verfahrenstechnik bieten sich entsprechend empfindliche Manometer-Druckmessgeräte an. Das Kapselfeder-Manometer stellt ein solches Messgerät dar und bildet eine Sonderbauform des bekannten Plattenfeder-Manometers. Das Funktions- und Messprinzip basiert hier auf zwei übereinander angeordneten und empfindlichen Plattenfedern. Diese sind rundum entsprechend verschweißt und bilden dadurch eine Dosenform. Dieser Druckraum wird umgangssprachlich auch als Messdose bezeichnet.

Das zu messende Medium wird hier nun über ein verschweißtes Kapillarrohr an die Kapselfeder geführt. Die Feder selbst ist im Manometer so gelagert, dass beide Seiten der Kapselfeder entsprechend dem Druck durchbiegen können und damit trotz gleicher Druckbeaufschlagung einen doppelten mechanischen Weg ausführen können. Diese Bewegung kann messtechnisch dazu genutzt werden, ein Zeiger entsprechend zu bewegen und damit eine Druckgröße abbilden zu können.

Messbereich und Empfindlichkeit

Zur Messung von niedrigen Drücken bei Luft und beispielsweise auch trockenen Gasen bieten sich Kapselfeder-Manometer an. In der Praxis decken diese einen Messbereich von typischerweise 2,5 mbar bis hin zu 600 mbar ab. Sonderformen können auch einen Messbereich von 0 mbar bis 2,5 mbar abbilden. Durch eine Kaskadierung bzw. Hintereinanderschaltung von mehreren Messdosen kann die Empfindlichkeit des Instrumentes noch deutlich erhöht werden. Hierdurch ist der untere Messbereich bis annähernd 0 mbar realisierbar. Typische Anwendungsfelder für die Kapselfeder-Manometer findet man in der Medizin-, Umwelt- oder auch Labortechnik. 

Ein besonderer Vorteil dieser empfindlichen Dosen-Manometer ist der Umstand, dass hiermit nicht nur Druck, sondern auch ein Vakuum gemessen werden kann. Bei einem Unterdruck zieht sich die Messdose entsprechend zusammen und erzeugt damit eine Negativbewegung auf dem Zeigerinstrument. Durch die besonders hohe Empfindlichkeit und Messgenauigkeit ist das Kapselfeder-Manometer auch besonders anfällig für mechanische Vibration. Daher gibt es das Manometer in unterschiedlichen Bauformen ohne und mit einer liquiden Gehäusefüllung, die zumeist aus Glyzerin besteht.

Ein Dosen-Manometer wird oft auch mit einem Barometer verglichen oder gar verwechselt. Ein Barometer misst jedoch im Verglich zum Manometer aber nur die „normale Umgebungsluft“ und dessen Luftdruck. Ein Manometer hingegen misst grundsätzlich „künstlich oder mechanisch“ erzeugte Drücke.